Für unseren letzten Lehrgang in diesem Jahr trafen wir uns mit unseren Trainern Dave, Matthias und Mirjam in der Kletterhalle Chimpanzodrome in Frechen/Köln. Schwerpunktmäßig ging es diesmal um Erste Hilfe und behelfsmäßige Bergrettung, um uns auf die Erstversorgung von Verletzungen im Gebirge vorzubereiten – natürlich nicht in der Erwartung, dass uns etwas Schlimmes zustoßen wird. Dazu lernten wir auch unseren Expeditionsarzt Dr. Eike Plazikowski kennen, der den letzten Kader auf deren Expedition nach Indien begleitete und voraussichtlich auch uns auf unserer künftigen Expedition mit seiner Expertise für Höhenmedizin unterstützen wird. Auf diesem Lehrgang war zum ersten Mal auch Nico, der auch den zweiten Alpinkader bei deren Expedition als Fotograph begleitet hat und für uns in diesem Lehrgang viele tolle Bilder aufgenommen hat. Später im Lehrgang sollten auch noch unser Co-Trainer Martin und Tillmann aus dem zweiten Alpinkader dazukommen.
Zunächst wurden wir von Eike über zur Vorgehensweise bei verletzten Personen unterrichtet. Es wurde Beispielsweise das cABC-Schema vorgestellt, nach dem man die wichtigsten bzw. lebensbedrohlichsten Verletzungen einer Person zuerst identifiziert und entsprechend behandelt. Vorgestellt wurden uns auch verschiedene Verletzungen, die uns sowohl beim Sportklettern als auch im alpinen Gelände widerfahren könnten. Dazu gehörten Verletzungen wie Platz- und Schnittwunden, aber auch Knochenbrüche. Selbstverständlich lernten wir, wie in einem klassischen Erste-Hilfe-Kurs, auch entsprechende Behandlungsmöglichkeiten dieser Verletzungen und zusätzlich Transportmethoden, sollte eine verletzte Person im schlimmsten Fall bewegungsunfähig sein. Dabei kam auch das Thema Eigenschutz nicht zu kurz – das eigene Leben ist schließlich am wichtigsten. Danach gingen wir unsere Erste-Hilfe-Sets durch, damit auch jeder von uns ausreichend Material für eine mögliche Erstversorgung in den Bergen dabeihat. Verbandspäckchen, Kompressen, Dreiecktücher und Rettungsdecken dürfen hier nicht fehlen aber auch Scheren, Pinzetten, Pflaster und Handschuhe sollten immer dabei sein.

Jetzt wurde es Ernst, die Trainer eine simulierte aber dramatische Notsituation vor, in der wir als Ersthelfer zur Hilfe eilen mussten:
Martin, gesichert von einem unerfahrenem Tillmann, brach beim Klettern einen Stein aus der Felswand und stürzte ab, wobei er sich das Bein verletzte und den Arm brach. Zu allem Unglück traf der herausgebrochene Stein den daneben Kletternden Matthias am Kopf, der direkt bewusstlos wurde und leblos an der Wand baumelte. Weder die hysterische Mirjam, die Matthias sicherte, noch Tillmann wussten was zu tun war. Hier schritt der dritte Alpinkader NRW ein, um die in Not geratenen Kletterkammeraden aus der Presche zu schlagen. Direkt wurde von Max ein Notruf abgesetzt und von Anne ein Erste-Hilfe-Packet organisiert, während Albert, Fynn, Dominik und Marvin die Sichernden dabei unterstützten, die Geschädigten möglichst schadensfrei auf den Boden zu bringen. Nun konnten wir unsere medizinischen Fähigkeiten anwenden. Nach Überprüfung der Atmung bekam Matthias einen Druckverband für den Kopf, welcher darauf wieder zu Bewusstsein kam und über furchtbare Schmerzen im Ellenbogen klagte. Dieser wurde mithilfe eines Samsplints geschient. Parallel dazu wurden Martins Bein und dessen Arm behandelt. Gegen die Kälte bekamen beide selbstverständlich eine Rettungsdecke. Damit waren beide Verletzten zunächst ausreichend versorgt bis der Rettungsdienst eintraf.



Die Übung zeigte uns, dass wir unser Wissen auch in Stresssituationen einsetzen, und eine sichere Versorgung von Verletzten gewährleisten können.
Auch unsere Lieblingsbeschäftigung kam in diesem Lehrgang trotz der vielen Theorie nicht zu kurz. Den Abend verbrachten wir in der Halle mit viel Klettern und stundenlangem Bouldern am Kilterboard.

Am nächsten Tag war die behelfsmäßige Bergrettung das Thema. Wir sollten in der Lage sein an einem einzelnen oder einem doppelten Seilstrang aufzusteigen und mit einer bewusstlosen Person wieder abzuseilen, um auf sicheren Boden zu kommen. Zum Aufsteigen an den Seilen wurden uns diverse Techniken mit Prusiks und allerlei Arten von Seilklemmen gezeigt, die wir auch ausreichend an der Außenwand des Chimpanzodrome ausprobierten. Danach gingen wir wieder zu Übungen im Team über: Einer unser Kaderathleten hängte sich an einen vorgeschraubten Stand und spielte einen bewusstlosen Geschädigten, während der zweite mithilfe der Seilklemmen zu diesem aufstieg. Anschließend befestigte der Helfende sich selbst und den Geschädigten an einem Abseilgerät und seilte mit diesem gemeinsam ab. Dies funktionierte für uns alle sehr gut und wir alle lernten viele neue Techniken und Möglichkeiten dazu.






Obwohl es nur ein kurzer Lehrgang war hatten wir alle viel Spaß am lernen und Ausprobieren und haben uns gefreut, uns gegenseitig wiederzusehen. Auch war es cool gemeinsam mit unseren Co-Trainern zu Üben und Eike und Nico kennenzulernen. Von unseren Trainern gab es noch einen spannenden Einblick in die Planung für nächstes Jahr: Gleich im Februar geht es los mit unserem Eiskletterlehrgang.
