Anfang August verbrachten wir eine intensive Ausbildungswoche im Wallis rund um Saas-Grund. Mit dabei waren Max, Marvin, Anne, Albi, Fynn und Dominik sowie unsere Trainer Martin und Matthias. Ab der Wochenmitte bekamen wir zusätzlich Unterstützung von Bergführer Martin und Bene, sodass wir die geplanten Touren in kleineren Seilschaften umsetzen konnten.
Zum Auftakt ging es am Montag auf den Längfluhgletscher. Dort standen zunächst die Grundlagen auf dem Programm: Spaltenbergung, Selbstrettung und das Wiederholen wichtiger Seiltechniken. Gleichzeitig war das Wetter unser ständiger Begleiter – oder besser gesagt Gegenspieler. Die Prognosen waren durchwachsen und verlangten jeden Tag aufs Neue eine gute Planung und flexible Entscheidungen.
Den Dienstagvormittag nutzten wir das schlechte Wetter sinnvoll für eine Sportklettersession im Tal. Am Nachmittag sollte eigentlich der Hüttenaufstieg zur Britanniahütte folgen. Voller Optimismus fuhren wir zunächst mit der Bahn bis Felskinn, mussten dort aber aufgrund der Wetterlage und des erhöhten Steinschlagrisikos umkehren. Stattdessen warteten wir einige Stunden an der Mittelstation Morenia, beobachteten aufmerksam die Entwicklung des Wetters und nutzten schließlich unser Zeitfenster für den Aufstieg über das Egginerjoch. Mit leichter Verspätung an der Hütte angekommen, wurden wir glücklicherweise doch noch mit einem warmen Abendessen versorgt.

Am nächsten Morgen stand das Allalinhorn über den Hohlaubgrat auf dem Programm. Zur Abwechslung waren wir an diesem Tag als gesamte Gruppe unterwegs. Besonders gefreut haben wir uns über den Besuch von Sebastian, der uns als Fotograf begleitet hat und dem wir die vielen beeindruckenden Bilder dieser Woche zu verdanken haben.





Für die zweite Wochenhälfte teilten wir uns wieder in kleinere Gruppen auf.
Max und Marvin waren gemeinsam mit Martin unterwegs. Das große Ziel war die Überschreitung des Rimpfischhorns über den Nordgrat mit Ausgangspunkt an der Täschhütte. Nach einem zügigen Hüttenaufstieg und einer kurzen Nacht klingelte bereits um 2:30 Uhr der Wecker. Der frühe Start zahlte sich aus: Pünktlich zum Sonnenaufgang standen wir am Firngrat und konnten die einzigartige Stimmung auf über 4.000 Metern genießen. Nach abwechslungsreicher Gratkletterei führte der Abstieg über den anspruchsvollen Gletscher zurück zur Täschhütte. Trotz schwieriger Bedingungen kamen wir gut voran und erreichten die Hütte bereits gegen Mittag.


Die zweite Gruppe war am selben Tag am Weissmies unterwegs. Über den wunderschönen Nordgrat ging es mit traumhafter Gratkletterei, viel Seiltechnik und einem spannenden Firngrat hinauf zum Gipfel. Der Abstieg erfolgte über den Südgrat zur Almagellerhütte – eine abwechslungsreiche Überschreitung, die allen lange in Erinnerung bleiben wird.
Auch der Samstag hielt noch einmal echte Highlights bereit. Für Max, Martin und Marvin ging es frühmorgens nach Zermatt und mit der ersten Bahn auf das Klein Matterhorn. Auf dem Programm stand die komplette Breithorn-Überschreitung. Nach einem kleinen Verhauer beim Zustieg über die Firnflanke führte die Tour über Roccia Nera (4.075 m), den Östlichen Zwilling (4.106 m), den Westlichen Zwilling (4.139 m), den Mittelgipfel (4.159 m) bis hinüber zum Breithorn-Westgipfel (4.164 m). Überraschend stabiles Wetter, fester Fels und herrliche Kletterei machten die Tour zu einem echten Highlight der Woche.
Die zweite Gruppe machte sich währenddessen auf den Weg zum Portjengrat. Dieses Mal standen weder Schnee noch Eis im Mittelpunkt, sondern ausgesetzte Gratkletterei in bestem Fels. Da der Portjengrat ein beliebtes Ziel ist, mussten wir am Einstieg zunächst etwas Geduld mitbringen. Nachdem sich die Seilschaften verteilt hatten, konnten wir die Tour jedoch in vollen Zügen genießen. Fast noch beeindruckender war anschließend der lange Abstieg mit rund 2.000 Höhenmetern zurück ins Tal.





Eine Woche Wallis bedeutete für uns intensive Ausbildung, anspruchsvolle Hochtouren, spontane Planänderungen und viele gemeinsame Erlebnisse. Gerade das wechselhafte Wetter machte deutlich, wie wichtig gute Entscheidungen und Flexibilität im alpinen Gelände sind. Umso schöner war es, dass wir trotz der schwierigen Bedingungen alle geplanten Tourentage optimal nutzen konnten und mit vielen neuen Erfahrungen, starken Seilschaften und unvergesslichen Eindrücken nach Hause zurückkehrten.
Vielen Dank an unsere Trainer Martin und Matthias sowie an Bergführer Martin und Bene für die Unterstützung und die lehrreiche Woche. Wir freuen uns schon auf die nächsten gemeinsamen Touren!
